Brandraum am Wilhelm-Jost-Institut

Experimentierraum zur Untersuchung von Bränden und Löscheinrichtungen

Seit dem Verbot von Halonen als Löschmittel ist man im Bereich des Brandschutzes auf der Suche nach einem geeigneten Ersatz. Der Einsatz von Stickstoff und Kohlendioxid erfordert hohe Konzentrationen der jeweiligen Gase, wodurch bei der Bevorratung ein immenser Platzbedarf entsteht.

Mit FM 200 (Heptafluorpropan) ist ein Löschmittel gefunden worden, welches mit weitaus geringeren Konzentrationen eine gute Löschwirkung zeigt. Des Weiteren ist es ein nicht korrosives Gas, welches nachweislich nicht ozonschädigend ist.

Für die Löschsysteme mit FM 200 müssen nun eine Reihe von Zulassungen erwirkt werden. Eine dieser Zulassungen ist die Errichteranerkennung durch den VdS Schadenverhütung..

Mit dieser Zulassung sind Löschuntersuchungen an Modellbränden in einem speziellen Brandraum verbunden. Bei diesen Untersuchungen werden definierte Brände von n-Heptan bzw. Fichtenholz mit dem anzuerkennenden Löschsystem gelöscht. Das Löschsystem beinhaltet alle Komponenten, die auch im späteren Einsatz installiert sein sollen.

Die hier gewählte Löschmittelkonzentration muss auch bei später installierten Löschanlagen eingesetzt werden.

Bei den Untersuchungen wird nach einer bestimmten Zeit der Raum mit dem Löschmittel geflutet. Die Zeitspanne bis zum Erlöschen des Feuers charakterisiert den Löscherfolg. Bei den Holzversuchen ist die Existenz von verbleibenden Glimmnestern ein weiteres Bewertungskriterium. Während der Experimente werden im Brandraum verschiedene Messgrößen wie Temperatur, Sauerstoff- und Löschmittelkonzentration überwacht, da diese gesetzlich vorgeschriebenen Parametervorgaben unterworfen sind.

Die Prüfung findet im Brandraum des WJI unter Begutachtung durch den VdS und der Prüfstelle der deutschen Feuerwehr statt.

Brandraum Der am Wilhelm-Jost-Institut errichtete und den Normen entsprechende Brandraum hat ein Volumen von 100 m³ und ist mit einstellbaren Über- bzw. Unterdruckentlastungsklappen ausgestattet. Zur Entsorgung der entstehenden Brandgase ist eine Absaugungs/Lüftungsanlage mit Gaswäscher und Aktivkohleadsorber angeschlossen.

Weitere Installationen in und an den Brandraum sind wegen seiner flexiblen Konstruktion jederzeit denkbar.

Sollten Sie ein konkretes Anliegen haben, unterbreiten wir Ihnen gerne ein Angebot.

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